Nach der Aufarbeitung der Abstiegssaison

Im Hintergrund wird akribisch geplant, gebastelt und umstrukturiert

Ein paar Wochen ist es nun schon her, dass der Abstieg unserer Fussballmänner vom SV Grün-Weiß Langendorf aus der Kreisoberliga unumkehrbar besiegelt wurde. Nach 5 Jahren Zugehörigkeit zu dieser recht jungen Liga und einer Art "Dinostatus", wie ihn der Hamburger SV in der Bundesliga genießt, muss sich der SV Grün-Weiß aus der Kreisoberliga verabschieden und kommende Saison in der Kreisliga einen Neuanfang starten. Dort heißen die Gegner dann unter anderem SV Uichteritz-Markwerben, WFV Schwarz-Gelb, Rot-Weiß Weißenfels II., Fortuna Leißling, Reichardtswerben oder Goseck. Auch den TSV Großkorbetha werden die Langendorfer nächste Saison wiedersehen. Doch bevor es soweit ist, wollen wir noch einen kurzen, resümierenden Blick auf die abgelaufene Spielzeit und die derzeitigen Entwicklungen werfen.

Denkt man dabei über die Ursachen nach, die zum Abstieg beigetragen haben, muss man mehrere Faktoren berücksichtigen. Zum ersten gab es vor der Saison entscheidende personelle Veränderungen innerhalb der Mannschaft. Für die Qualität der Mannschaft bedeutende Spieler wie Tobias Wenzel und Stephan Reitmann, die beide zusammen wichtige Teile des Kreativzentrums bildeten und gleichzeitig viel Torgefahr ausstrahlten, liefen in der vergangenen Spielzeit nicht mehr für Grün-Weiß auf. Dazu gesellte sich langwieriges Verletzungspech im Laufe der Saison, wie z.B. bei Stefan Loeper, Jan Benndorf, Marcus Solty oder auch Max Schnürer. Eine weitere offensichtliche Ursache sind die schwierigen Bedingungen im Trainings- und Spielalltag, die sich aufgrund auswärtig studierender oder arbeitender Spieler ergeben. Dieser Umstand betrifft sogar eine ganze Reihe an Spielern: Marcus Solty, Carsten Buchheim, Jan Zimmermann, Daniel Zippe, Sebastian Fekl, Erik Halt oder auch Marco Simon, der im Saisonverlauf berufsbedingt sogar komplett aus dem Kader wegbrach.

Daraus ergeben sich zwangsweise eine geringe Trainingsbeteiligung und wenig Kontinuität in Mannschaftsgefüge und wöchentlicher Aufstellung. Beste Beispiele dafür sind die Tatsachen, dass über die gesamte Saison 5 oder 6 verschiedene Langendorfer das Tor hüten mussten, oft auch Feldspieler ohne entsprechende Ausbildung auf der Linie, oder dass im Saisonverlauf die Kapitänsbinde dreimal den Mann wechseln musste. Aus der geringen Trainingsbeteiligung ergaben sich wiederum körperliche, athletische und konditionelle Defizite, die meist nach Halbzeitpause deutlich zum Vorschein kamen - 57 von 89 Gegentoren fielen in der zweiten Hälfte. Hätte der Schiedsrichter stets zur Halbzeit das gesamte Spiel abgepfiffen, hätten die Grün-Weißen am Ende mit 31 Punkten dagestanden, die für den Klassenerhalt gereicht hätten.

Ein weiterer, aber struktureller Grund für den Abstieg dürfte auch gewesen sein, dass Grün-Weiß bislang über keinen A-Jugend-Nachwuchs als Unterbau für den Männerbereich verfügt, weshalb keine neuen Spieler den Weg in den Männerbereich finden konnten. Nicht zuletzt war es auch keine positive Entwicklung, dass die Positionen innerhalb der Fussballabteilung in der letzten Saison quantitativ sehr dünn besetzt waren, sodass Jens-Uwe Scherf faktisch Trainer, Betreuer und Abteilungsleiter in Personalunion war.

Obwohl sich Mannschaft und Trainer diesen Umständen schon während der Saison stets bewusst gewesen sind, haben sie doch permanent ihre vorhandenen Chancen im Kampf um den Klassenerhalt gesucht, als auch mit viel Willen und Einsatz versucht wahrzunehmen. Diese Tugenden konnte man den Grün-Weiß-Kickern nur sehr selten absprechen. Am Ende waren alle Beteiligten den angesprochenen Negativentwicklungen fast ohnmächtig ausgesetzt, da es kaum Möglichkeiten gab, diese Entwicklungen kurzfristig zu stoppen und ins Gegenteil umzukehren. Als sich der Abstieg in die Kreisliga abzeichnete und lediglich noch theoretisch-rechnerisch Chancen bestanden, blieb allen Beteiligten kaum etwas anderes übrig, als dem drohenden Schicksal vom Abstieg mit Realitätssinn zu begegnen, das Beste daraus zu machen und sich mit letzten guten Auftritten und als stets fairer Gegner aus der Kreisoberliga zu verabschieden. Zu diesem Realitätssinn gehörte auch, dass die Verantwortlichen beim SV Grün-Weiß die sich dem Ende zuneigende Spielzeit im Hintergrund bereits aufarbeiteten und einen Blick auf die kommende Saison warfen.

Deshalb verwundert es nicht, dass hinter den Kulissen der Fussballabteilung momentan so akribisch und konzentriert geplant, gebastelt und umstrukturiert wird, wie es lange nicht mehr der Fall gewesen ist. Zudem sind solch hohe Anstrengungen zum momentanen Zeitpunkt nach einem Abstieg aus der Kreisoberliga, in der unsere Fussballmänner 5 Jahre am Stück konstant im sicheren Mittelfeld landeten, sicherlich auch keine Selbstverständlichkeit. Es gibt diese starken Anstrengungen aber dennoch und auch sie selbst sind bereits das Ergebnis erster Umstrukturierungen in der Fussballabteilung. So viel kann zum jetzigen Zeitpunkt schon verraten werden. Ziel der gegenwärtigen Anstrengungen ist es immerhin, unseren Fussballern in der kommenden Saison eine gute sportliche Rolle in der Kreisliga zu ermöglichen.

Abgeschlossen sind die Planungen, Gespräche, Umstrukturierungen und personellen Veränderungen allerdings noch nicht. Wer deshalb z.B. Interesse hat, beim SV Grün-Weiß Langendorf Fussball zu spielen, kann sich per E-Mail bei Jens-Uwe Scherf unter folgender Adresse melden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! . Der SV Grün-Weiß freut sich über jeden Spieler, ob jung oder alt, egal welcher Altersklasse.

Wir gehen davon aus, euch Anfang nächster Woche an dieser Stelle konkret über die ersten strukturellen und personellen Veränderungen in der Fussballabteilung des SV Grün-Weiß zur kommenden Saison in Kenntnis setzen zu können. Schaut deshalb immer mal hier rein!