"Wollen das Spielniveau der Kreisliga mitbestimmen"

Interview mit Jens-Uwe Scherf, neuer Abteilungsleiter Fussball beim SV Grün-Weiß

Jens-Uwe Scherf war zwei Jahre lang Trainer der Langendorfer Kreisoberligafussballer. Zur kommenden Saison hat er den Posten des Abteilungsleiters Fussball beim SV Grün-Weiß Langendorf übernommen. Im zweiten Teil eines ausführlichen Interviews spricht er über die Zukunft von Langendorfs Fussballnachwuchs, den neuen Trainer der Langendorfer Kreisligamannschaft und dessen neues Trainerteam an seiner Seite sowie über Zielsetzungen und Herausforderungen der anstehenden Kreisligasaison für Langendorfs Fussballmänner. Das Interview führte Jan Zimmermann.

Frage:   Eine strukturelle Ursache für den Abstieg der ersten Fussballmänner aus der Kreisoberliga war vermutlich auch, dass es bislang keine A-Junioren als Unterbau für den Männerbereich gegeben hat, aus dem die Kreisoberligamannschaft regelmäßig frische, ehrgeizige Spieler hätte schöpfen können. Inwiefern können Sie als neuer Abteilungsleiter, der genauso auch für den Jugendfussball mit zuständig ist, in dieser Richtung etwas verändern oder beeinflussen?

Scherf:   Kurzfristig ist diese Thematik nicht zu lösen. Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, unsere jetzige A-Jugendmannschaft mit ihrem sehr begrenzten Spielerkader zu unterstützen, um die Saison 2013/14 bestreiten zu können. Fehler der vergangenen Jahre lassen sich allerdings nur mittelfristig korrigieren, wozu ich unbedingt den Auf- und Ausbau einer breiten Spielerpyramide von der G-Jugend bis zum Männerbereich sehe. Ein Dank gilt u.a. dem großen Engagement von Frank Anacker. Der erfreulich angewachsene Spielerbestand bei den Kleinfeldmannschaften muss gut betreut, ausgebildet und systematisch bis zum Erwachsenenbereich geführt werden, um dem Männerbereich letztlich gute Spieler zur Verfügung stellen zu können. Hierfür sind dringend neue Übungsleiter, auch aus den Reihen der Männermannschaften und der Alten Herren anzusprechen und zu gewinnen. Die Werbung für den Verein im Kindergarten und der Schule ist und bleibt dafür ebenfalls ganz wichtig. Und die beste Werbung überhaupt bleiben selbstverständlich ein funktionierendes Vereinsleben und sportliche Erfolge.

Frage:   Veränderungen hat es nach Ihrem Rückzug auch auf der Trainerbank gegeben. Andreas Klett, ein erfahrener Verbandsliga- und Landesligafussballer, ist neuer Cheftrainer. Wie kam es zum Engagement von Andreas Klett auf der Langendorfer Trainerbank? Wo sehen Sie seine Stärken als Neuling im Trainergeschäft?

Scherf:   Ich kenne Andreas Klett erst seit kurzem, habe ihn aber als ehrgeizigen und sehr ambitionierten Menschen kennengelernt. Ich traue ihm zu, mit seinen langjährigen Erfahrungen als Spieler in verschiedenen Ligen und Vereinen dem Männerfußball in Langendorf neue Akzente verleihen zu können. Er wurde selbst gut ausgebildet und hat unter erfahrenen Trainern gespielt. Seine Wahl für das Traineramt in Langendorf basiert nach meinem Wissen auf seiner Bekanntschaft mit der Familie Buchheim und damit auf einem direkten Bezug zum Langendorfer Fußball. Er kennt die Mannschaft aus der Spielbeobachtung in der abgelaufenen Saison bereits und sieht die Kreisliga als gute Startmöglichkeit für seine Trainertätigkeit.

Frage:   Der langwierig verletzte Kapitän Jan Benndorf wird Andreas Klett als Co-Trainer und Mannschaftsbetreuer assistieren. Jörg Buchheim wird nach einer kleinen gesundheitlichen Auszeit eine Art Beraterrolle für das auf der Trainerbank recht unerfahrene Gespann übernehmen. Wo sehen Sie die Vorteile dieser Konstellation und wie kam sie zustande?

Scherf:   Aus den Erfahrungen des letzten Jahres und der aktuellen Personalkonstellation bot es sich an, Andreas Klett Leute an die Seite zu stellen, die Verein und Mannschaft sehr gut kennen. Jan Benndorf hat bereits in der letzten Saison nach seiner Verletzung als Co-Trainer fungiert, ist Teil der Mannschaft und bei den Spielern anerkannt. Jörg Buchheim als ein Urgestein des Langendorfer Fußballs kann helfen, dass sich der neue Trainer in erster Linie auf die sportfachlichen Fragen konzentriert, ihm aber jederzeit bei allen Belangen mit seinem Rat und seinen langjährigen Erfahrungen zur Seite zu stehen.

Frage:   Die neue Kreisligasaison steht vor der Tür. Ein paar Spieler haben die Mannschaft verlassen. Hinter einigen Spielern steht ein Fragezeichen, wie oft sie in der kommenden Saison zur Verfügung stehen können. Dazu gab es drei Neuzugänge, auch einen Torhüter für mehr Kontinuität auf der Linie. Wo sehen Sie die neue Mannschaft am Ende der kommenden Saison realistisch betrachtet? Wäre es aus Ihrer Sicht vermessen, von einem direkten Wiederaufstieg als Ziel zu sprechen?

Scherf:   Den direkten Wiederaufstieg betrachte ich als nicht realistisch unter den gegenwärtigen Verhältnissen. Die Mannschaft muss sich neu formieren, gewiss wird der neue Trainer auch personelle Veränderungen vornehmen und die Neuen müssen ins Team finden. Mit Deuben, Uichteritz/Markwerben sowie Mitabsteiger Großkorbetha wird die Kreisliga ein sehr gutes spielerisches Niveau an der Tabellenspitze aufweisen. Alle diese Teams werden um den Aufstieg kämpfen, sodass ich es für die deutlich verjüngte Langendorfer Mannschaft als Ziel sehe, zunächst den Anschluss an diese Vertretungen nicht zu verlieren und um eine Platzierung unter den besten 6 Mannschaften in der Kreisliga zu kämpfen.

Frage:   Noch fällt es aus der Distanz schwer, die Kreisliga in ihrer sportlichen Qualität einem Vergleich mit der Kreisoberliga zu unterziehen. Ist aus Ihrer Sicht zwischen beiden Ligen ein großer Klassenunterschied zu erkennen? Wo liegen die größten Herausforderungen für die neue Mannschaft kommende Saison in dieser ihr noch wenig bekannten Kreisliga?

Scherf:   Auch ich kann die Spielstärke der Kreisliga nicht genau bewerten. Doch aus Sicht der gerade genannten Favoriten ist es für mich klar, dass es keine allzu großen Unterschiede in der Spielstärke zur Kreisoberliga geben wird. Für unsere Elf wird es darum gehen, gerade als Absteiger zu beweisen, dass wir gewillt sind, die Kreisliga in ihrem Spielniveau mit zu bestimmen und dabei Schwächen der letzten Saison, speziell im Defensivbereich und bei der Umsetzung des eigenen Spielkonzeptes, zu beseitigen. Ich erwarte eine spannende neue Saison für den Langendorfer Fußball.

Herzlichen Dank an Jens-Uwe Scherf für dieses ausführliche Interview! Ein riesiger Dank gilt ihm für seine akribische Arbeit als Trainer und dazu zeitweise auch noch als Betreuer und Abteilungsleiter Fussball in Personalunion in den vergangenen beiden Jahren, insbesondere in Zeiten mangelnder Unterstützung und sportlicher Flaute! Auch danken wir seiner Familie, die ihm stets den Rücken für die engagierte Ausübung dieses Amtes freigehalten hat! Wir hoffen, ihn als neuen Abteilungsleiter Fussball beim SV Grün-Weiß Langendorf auch in der kommenden Spielzeit desöfteren bei unseren Spielen begrüßen zu können. In seinem neuen Posten als Abteilungsleiter Fussball wünschen wir ihm natürlich viel Tatendrang, viel Freude und maximalen Erfolg!