Nachlese zum Borau-Spiel am 12.04.

Verdienten Dreier in Borau eingefahren

Die Serie der sieglosen Auswärtsauftritte konnte am vergangenen Samstag beim FSV Blau-Weiß Borau beendet werden. Mit 4:1 gelang der Mannschaft um Kapitän Zimmermann der zweite Erfolg auf des Gegners Platz und die Sicherung des 5. Tabellenranges. Die drei Veränderungen der Anfangself (Panser, Tillmann und Loeper ersetzten Linke, Theile und Hüfner) waren in dieser Woche nicht besonderen Umständen wie Krankheit oder Arbeit geschuldet, sondern wurden bewusst vorgenommen, um die Breite des Kaders zu nutzen und genannten Spielern Wettkampfpraxis zu geben. Von den momentan 20 Spielern fehlten lediglich Kern und Sommerfeld.

In den ersten Minuten konnte man bereits erkennen, dass der Gastgeber den Grün-Weißen die Aufgabe übertrug, das Spiel zu machen, um seinerseits bei Balleroberung schnell umzuschalten. Das passierte erstmals in der 8. Minute als weit in der Borauer Hälfte der Ball im Direktspiel verloren ging und Neumer im Anschluss vom Langendorfer Mittelfeld bei seinem Vorstoß nicht gestoppt werden konnte und den Ball zu Gewinner passte. Dieser verschaffte sich durch eine schnelle Drehung den entscheidenden Platz und zog mit links vom 16er sofort ab. Der Schuss krachte an den Pfosten. Vier Minuten später das ähnliche Schema: Ballverlust Grün-Weiß und von der Mittellinie schickte Pricha den gestarteten Wahren auf die Reise. Zimmermann und Czepluch konnten zunächst im Zurücklaufen nur zusehen, wie Wahren das Leder über den herausgelaufenen Händler hob und den herunterfallenden Ball artistisch zu versenken versuchte. Dann aber war Czepluch zur Stelle und klärte vor der Torlinie. In der Folgezeit beruhigte sich das Geschehen und die Gäste übernahmen die Spielkontrolle. Es dauerte bis zur 21. Minute, um auch Torgefährlichkeit zu entwickeln. Czepluch flankte von links an den Strafraum. Die Borauer Defensive produzierte eine Kerze und der aufgerückte Panser köpfte zu Riel in zentraler Position. Eine gute Aktion folgte, Ballannahme rechts, Drehung und Torschuss mit links - ein halber Meter fehlte zum erfolgreichen Torabschluss. 120 Sekunden später hatten die Blau-Weißen dann ihre letzte Möglichkeit einer Torannäherung in Halbzeit 1. Ausgangspunkt erneut eine unpräzise Ablage der Gäste an der Mittellinie, die Pricha zu einem 30 Meter-Solo mit anschließendem Torschuss einlud, allerdings erfolglos. GWL wirkte von Minute zu Minute sicherer, aber es fehlten die klaren Toraktionen, die jedoch noch vor dem Seitenwechsel kommen sollten. Der Ball lief im Mittelfeld über Peter und Czepluch nach links zu Schnürer, der das 1 gegen 1 löste und von der Grundlinie den Ball Richtung langen Pfosten flankte. Dahin war Fekl gestartet, der mit langem Schritt die Kugel Richtung Torlinie beförderte. Der Borauer Rettungsversuch von Neumer misslang und es stand 0:1 in der 40. Minute. Keine drei Minuten später gelang mit der eigentlichen Gastgebertaktik sogar noch das 0:2, als die aufgerückten Borauer durch geradliniges GWL-Umkehrspiel eiskalt erwischt wurden. Czepluch mit Balleroberung am eigenen Strafraum leitete ein, über Fekl und Panser wanderte das Spielgerät zu Halt. Es folgte ein kurzer Haken und der Blick für den gestarteten Schnürer und letzterer bewahrte die Ruhe und schob am herauslaufenden Koch zum Halbzeitstand ein. Den möglichen dritten Treffer verzog Halt mit der letzten Aktion, als Koch die Freistoßeingabe von Schnürer nicht festhielt und der Abschluss aus kurzer Entfernung über den Querbalken geriet.

Ein gutes Gefühl in der GWL-Kabine gepaart mit gewachsener Selbstsicherheit und die Ansage, das Spiel mit Ballsicherheit kontrollieren zu wollen - mit einem 2:0 im Rücken eine nicht unlösbare Aufgabe für die 2. Halbzeit.

Die ersten kleinen Gelegenheiten nach Wiederanpfiff hatte aber der Aufsteiger (47., 49. Minute) durch Wahren und Wilsdorf. Die Langendorfer hatten das Geschehen aber größtenteils im Griff und mit Solty und Hallmann kamen auch die angedachten Wechselspieler in die Partie. Solty avancierte dabei sogar zum Torschützen, als er in eine Flanke von Peter lief und den Ball mit der Innenseite in die lange Ecke abtropfen ließ (65. Minute). Schiri Harnisch pfiff an und die Gäste setzten sofort nach. Fekl fing den Ball der Blau-Weißen ab, schüttelte Gewinner im Zweikampf ab und flankte von rechts vor das Koch-Gehäuse. Keine Minute nach seinem 3:0 hatte Solty die Chance auf 4:0 zu erhöhen, aber die Volleyabnahme flog über das Tor. Borau hatte jetzt kaum Zeit, sich zu ordnen und schon rollte der nächste Angriff, erneut über rechts. Panser spielte Halt an und erneut zeigte Fekl den richtigen Laufweg an und zog das Leder von der Grundlinie nach Innen. Zu kurz abgewehrt, fiel der Ball Hallmann vor die Füße und der traf mit seinem Versuch die Querlatte (67. Minute). Bis zur 80. Minute passierte dann nicht viel, ehe es in der Schlussphase doch noch mal lebhaft wurde. Denn als Fekl mit Sprunggelenksverletzung vom Platz ging (82. Minute), hieß es für die Gäste, die verbliebene Spielzeit in Unterzahl zu Ende zu bringen, weil das Wechselkontigent bereits ausgereizt war. Prompt schlugen die Gastgeber zu und verkürzten zum 1:3 (Wilsdorf, 83. Minute). Langendorfs Defensive wackelte plötzlich ähnlich der Anfangsminuten und lud Borau noch 2 Mal zum Anschlusstreffer ein, aber der Gastgeber nahm nicht an. Bereits in der Nachspielzeit wurde ein Konter von Solty und Schnürer zum 1:4-Endstand abgeschlossen und der erste Auswärtssieg seit dem 31. August 2013 sichergestellt.

Erneut also ein Erfolgserlebnis für Grün-Weiß, das aufgrund von 70 Minuten Spielkontrolle und eigener Effektivität auch verdient ist. Ein Rückstand aus den Anfangsminuten der Partie hätte dem Spiel eine andere Richtung geben können, "hätte". So gilt es, den Rhythmus in 14 Tagen beim letzten "echten" Heimspiel der Saison wieder aufzunehmen und weiter an der eigenen Stabilität zu arbeiten.

Grün-Weiß spielte mit: Händler - Panser, Zimmermann (K) (77. Müller), Loeper, Czepluch - Peter, Halt, Fekl, Schnürer - Tillmann (52. Solty), Riel (59. Hallmann). Bank: Zippe, Theile, Linke, Hüfner.
 
ak