Nachlese zum Achtelfinale vom 11.10.2014

Pokal-Aus in Großkorbetha


Im internen Staffelduell zweier Kreisligisten behielt der TSV Großkorbetha gegen den SV Grün-Weiß Langendorf mit 5-2 die Oberhand und zog in das Viertelfinale des Kreispokals ein.

Wer sich an diesem Nachmittag entschloss, diese AF-Begegnung anzusehen, hatte ein gutes Gespür für echten Pokalkampf und wurde mit 7 Toren belohnt.

Trainer Klett hatte einige Ausfälle zu verkraften und mit Hallmann nur einen fitten Feldspieler auf der Bank, aber auch Großkorbetha erging es nicht besser, u.a. fehlten Kiernicki,Jirsch und Knauf.Bei GWL begann im Gegensatz zur Niederlage in Borau Mildner für Zippe im Tor, Müller kehrte auf links für Panser zurück, im Zentrum spielte Peter für den verletzten Kapitän Buchheim und offensiv versuchten sich Kern und Wahren für die fehlenden Hüfner sowie Tillmann.

Auch wenn es in der Vorwoche ein Negativerlebnis gab, verlangte der Trainer von seiner Mannschaft ein selbstbewusstes Auftreten ohne Angst vor dem Favoriten. Dazu wollte man sich nicht nur tief in die eigene Hälfte stellen und mit schnellem Umschalten zu eigenen Angriffen kommen, nein: die Gastgeber sollten bereits beim Passspiel und Spielaufbau in der eigenen Hälfte gestört werden.

Die ersten fünf Minuen gehörten dennoch dem TSV,der sich in der GWL-Hälfte festsetzte und in den Zweikämpfen zunächst häufiger Sieger als Verlierer war.Dann aber schienen die Gäste ihre Passivität abgelegt zu haben und setzten das erste Achtungszeichen.Nach einem langen Ball rückte man energisch nach und erzwang den Ballgewinn:Halt setzte per Kopfballvorlage den in Mittelstürmerposition startenden Schnürer ein-TSV-Torwart Böhme spielte gut mit, konnte aber den Ball nur nach vorn abwehren und ermöglichte Wahren die Nachschußchance, doch auch hier blieb er Sieger.In der 9.Minute spielte Kern von der Mittellinie einen Katastrophenpass zurück, aber Mildner hatte aufgepasst und konnte vor Große klären.Das Spiel war jetzt absolut ausgeglichen, aber GWL hatte DIE Chance zur Führung. Nach einem TSV-Eckball schlug Mildner weit ab,Sturm unterlief ein technischer Fehler, so das  Halt mit präzisem Steilpass Kern über rechts in Szene setzte. Böhme stand beim Herauslaufen im Niemandsland und Kerns Eingabe an den Torraum fiel genau auf den Kopf von Wahren.Der Stürmer traf aber nur den Pfosten(13.)-ärgerlich!Vier Minuten später zeigte sich auf der anderen Seite Loeper hellwach, als er vor Große den Ball-nach einer Dumont-Flanke von rechts-zur Ecke klären konnte.Strafraumszenen waren in der Folgezeit nicht zu verzeichnen, beide Defensivreihen dominierten ihre Gegenspieler und die TSV-Offensive lief bis zur Pause 6x ins Abseits, erzwungen durch die gut arbeitende Viererkette um Kapitän Zimmermann und dem ausgezeichnet agierenden Schiri-Assistenten Giebel.Die überraschende Führung der Gastgeber fiel dennoch vor dem Halbzeitpfiff: Böhmes Abschlag traf Linke nur unzureichend,es folgte Sturms Pass auf den links gestarteten Neumer,der seinen Vorsprung im Laufduell mit Linke nutzte und vorbei am herauslaufenden Mildner zum 1-0 einschieben konnte(41.).Die letzte Aktion vor der Pause gehörte noch mal den Gästen: Fekls Torschuss geriet aber deutlich zu hoch,hier wäre ein Qeurpass auf den in der Mitte mitgelaufenen Kern sicher besser gewesen.Halbzeitpfiff von Schiri Proft-Spielstand 1-0.

Den Langendorfer Spielern war in der Kabine der Wille einer Ergebniskorrektur deutlich anzumerken. Alle wussten,das sie gut im Spiel waren und ein Torerfolg der Pokalpartie eine positive Wende geben konnte.

Und Langendorf legte zu und vor allem über links(Müller,Schnürer) wurden die Angriffe vorgetragen.Als sich Peter am Kombinationsspiel dann mitbeteiligte, sollte der Ausgleich fallen.Weit in der TSV-Hälfte wurde ein Einwurf schnell ausgeführt und Peter und Wahren spielten sich auf engstem Raum per Doppelpass frei, so das Letztgenannter von der Strafraumgrenze abdrücken konnte.Der nicht unhaltbare Flachschuss bedeutete das 1-1(52.)Die Grün-Weißen ließen nicht locker und wollten den Führungstreffer,der auch fiel.Ein Freistoß aus der eigenen Hälfte führte Zimmermann schnell auf Schnürer aus,der ohne Gegenwehr Richtung Sechzehner marschieren konnte.Kern und Wahren zogen durch ihre Laufwege den Passweg zum rechts gestarteten Fekl frei und dieser lupfte den Ball von der Grundlinie über Böhme in die Mitte, wo Wahren-von Dunkel allein gelassen-den tollen Angriff zum 2-1 abschließen konnte(58.).Das Spiel war gedreht und das mit spielerischen Mitteln!Die Reaktion des Gastgebers folgte prompt: Dunkel verließ das Feld für den erst 17-jährigen Steinat.

Es begann die entscheidende Phase in diesem Achtelfinalspiel zwischen der 66. und 78.Minute mit mehreren engen Entscheidungen, in denen das Glück nicht auf Seiten der Gäste war. Zunächst übersah Schiri Proft ein klares Foulspiel von Körner an Peter im TSV-Strafraum.Im direkten Gegenzug lieferten sich Linke und Neumer ein Laufduell,das mit dem Elfmeterpfiff endete.Eine exakte Beurteilung dazu kann hier nicht erfolgen, weil auch die Bilder keinen Aufschluss darüber geben.Festzuhalten bleibt nur,das es die Szene gar nicht gegeben hätte, wenn 30 sek vorher der Pfiff ertönt wäre.Wieruch verwandelte sicher gegen Mildner- und es stand nach 68.Min wieder Unentschieden.3 Minuten später gab es Freistoß für GWL.Schnürer brachte den Ball auf den langen Pfosten, wo Halt per Kopf nur knapp verfehlte.Ein kapitaler Fehler im Spielaufbau von GWL brachte den TSV durch Wieruch erneut in Vorteil(73.)Diese 3 vs. 1 Situation muss einfach besser gelöst werden.Und es kam noch dicker:zwei Zeigerumdrehungen weiter war der Hattrick von Wieruch perfekt, Schiri Proft ließ den Angriff auf Torwart Mildner ungeahndet und es stand 4-2! Ob innerhalb oder außerhalb des Torraums passiert, ist hier nicht die Frage: Foulspiel bedeutet Freistoß!Bitter!

Da es ein k.o.Spiel war,bestand keine Notwendigkeit, die restliche Zeit auf Schadensbegrenzung zu spielen.Deshalb versuchten die Langendorfer nochmals ein Aufbäumen gegen das drohende Pokal-Aus.Zunächst traf Halt nach Schnürer-Eckball freistehend einen TSV-Spieler vor der Linie.Dann lief die 85.Min und erneut fiel die Schiedsrichterentscheidung gegen Grün-Weiß aus.Peter spielte Halt am linken Flügel frei, dessen Flanke köpfte Körner zu Fekl,der erneut Böhme vor sich hatte-es kam zum Kontakt der beiden und Proft zeigte zum Punkt.Sein Assistent hob die Fahne, überstimmte ihn und die Entscheidung hieß:Foulspiel Fekl an Böhme-sie lagen auch hier nicht richtig.Natürlich kann man in der Endphase dann nicht alle Kontermöglichkeiten verhindern, erst recht nicht gegen den TSV,der Räume häufig zu nutzen versteht.In der 88.hatte Große die Chance auf 5-2 zu erhöhen,Müller verhinderte es und klärte zur Ecke.Als nach einem Einwurf in der gegnerischen Hälfte Wahren den Ball an Sturm verlor,gelang Sekunden später Steinat noch der fünfte Treffer(90.+1)

Die Mannschaft bot einen großen Pokalfight gegen favorisierte Großkorbethaer. Vor allem zeigte die Mannschaft gegen die physisch starken TSV-Akteure über weite Strecken ein gutes Zweikampfverhalten und keinesfalls die schlechtere Spielanlage.Dennoch war auch dieses Match wieder ein Beweis dafür,das Fehler wie beim 0-1bzw. 2-3 den Gesamteindruck der 90 Min entscheidend beeinflussen und deshalb hier in der Zukunft zuerst anzusetzen ist.

Auch wenn die Entscheidungen an diesem Tage nicht unbedingt "Grün-Weiß-freundlich"ausfielen, die 3 Pokalspiele mit 3 Refs waren ungemein hilfreich bei der Weiterentwicklung inpuncto Defensivverhalten. Und auch diesmal hatten die Assistenten zumindest bei ihren Abseitsentscheidungen eine sehr gute Quote-100%!

GWL: Mildner-Müller,Zimmermann,Loeper,Linke-Peter,Halt-Schnürer,Fekl-Wahren,Kern(76.Hallmann)

Bank:Zippe-Sommerfeld,Solty